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LEGENDE WILLI KREUZ

„Für mich ist Feyenoord nach wie vor ein Weltklub“

Christoph Kothgasser

154 Spiele, 64 Tore! ÖFB-Legende Willi Kreuz lehrte in den 1970er-Jahren als Torjäger bei Sturm-Gegner Feyenoord Rotterdam den Gegnern in der Eredivisie das Fürchten. Wie er die Zeit in der Hafenstadt erlebte, warum Ernst Happel einst böse auf ihn war und wieso er den Grazern Chancen  zutraut.


„Einfach beeindruckend“, beschreibt Willi Kreuz. „Wenn du im De Kuip durch den Spielertunnel gehst, vor rund 50.000 lautstarken Zuschauern spielst. Da spielt es sich so richtig ab“, kriegt der heute 76-Jährige noch immer Gänsehaut. Von 1974 bis 1978 spielte der Wiener für Feyenoord Rotterdam, prägte eine Ära. „Als ich gekommen bin, hat Feyenoord gerade den UEFA Cup gewonnen, war eine Weltklasse-Mannschaft mit Spielern wie van Hanegem oder Wim Jansen. Das waren Zeiten“, lacht der ehemalige Vollblutstürmer, der selbst zweimal Vizemeister wurde. „Ich bin damals als Torschützenkönig vom Stadtrivalen Sparta gekommen, musste mich innerhalb der Mannschaft erst einmal etablieren. Ein halbes Jahr haben mich meine Mitspieler nicht einmal angespielt – und trotzdem habe ich am Ende 25 Tore gemacht. Dann war ich auch anerkannt“, grinst Kreuz.

Bild: Privat

„Sportlich war es eine wunderschöne Zeit. Holland ist ohnehin eine andere Welt. Damals noch viel mehr als heute. Alleine beim Training waren mehr Zuschauer als bei der Admira beim Matchtag im Stadion. Ich habe auch super gespielt, war nie Ersatz. Und wenn ich gesagt habe, dass ich aus Wien komme, war ich ohnehin der Liebling aller. Wien und Wiener Schnitzel – das lieben die Niederländer“, scherzt der ehemalige Trafikant, der gesteht: „Eine Pause konntest du dir nie leisten. Da hieß es immer: Ärmel rauf und rausgehen, kämpfen bis zum Umfallen“, so der 56-fache Nationalspieler, der auch Teil des legendären Cordoba-Teams bei der WM 1978 war.

Bild: GEPA pictures

„Als Spieler bei Sparta habe ich auch einmal gegen Feyenoord getroffen. Damals, als der Happel dort Trainer war. Da war er böse auf mich. Aber geredet hat er mit mir ohnehin nie viel. Wenn ich ihm vor dem Spiel die Hand gegeben habe, hat er immer nur gesagt: ‘Ja, passt schon. Bist eh ka Schlechter.‘ Aber geholfen hat mir das Tor. Immerhin haben‘s mich danach zu Feyenoord geholt.“

Bild: Willi Kreuz

Kontakte hat Kreuz („Im Feyenoord-Museum bin ich mit meinem Tor des Jahres verewigt“) immer noch nach Rotterdam. „Vor allem zu meinem früheren Mitspieler Cor Pot. Der ist aktuell Co-Trainer von Dick Advocaat bei der Nationalmannschaft von Curacao. Der informiert mich immer. Aber ich schaue auch hie und da Spiele im Fernsehen an.“ Spätestens nach der WM will Kreuz wieder ein Spiel seines Ex-Klubs live im Stadion anschauen: „Feyenoord ist für mich nach wie vor ein Weltklub – mit einer schönen Tradition. Damals haben viele Stars gespielt, heutzutage setzen sie eben eher auf die Jungen.“

„Ich drücke Sturm die Daumen“
Sturm traut Kreuz am Donnerstag durchaus etwas zu. „Feyenoord ist aktuell nicht so gut in Form. Sie haben auch das Derby gegen Sparta verloren. Wenn Sturm also einen guten Tag erwischt, ist Feyenoord zu knacken. Auch wenn ich die Chancen 60 zu 40 für Rotterdam sehe.“ Vor dem TV-Schirm drückt der Wiener allerdings nicht, wie vielleicht vermutet, seinem Ex-Verein die Daumen: „Nein, nein. Da bin ich schon Patriot. Ich drücke Sturm die Daumen.“ 


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